Pfarre Oberlaa
Ober-Laaer-Platz 3
1100 Wien
Tel./Fax: 688 51 13
e-mail: pfarre@oberlaa.com

 

Die Pfarrkirche Oberlaa

Urkundlich wird die Kirche in Oberlaa erstmals im Stiftsbrief des Pfarrers Gerhard von Wien im Jahre 1267 erwähnt. In den beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683 wurde die Kirche vollkommen zerstört. In den Jahren 1744 bis 1746 wurde die Kirche vom erzbischöflichen Baumeister Matthias Gerl neu erbaut. Sie trägt die für ihn charakteristischen Stilmerkmale: ein gefälliger, in manchen Teilen aber schon zur Nüchternheit des Klassizismus tendierender Kirchenbau, erhöhtes Langhaus, harmonische Fassade, schlanker Turm mit graziösem Zwiebelhelm.

Gerl baute die Kriche nicht in der üblichen Ost-West-Richtung, sondern gab ihr eine Nord-Süd-Richtung, so dass der Hochaltar nach Norden, der Kircheneingang nach Süden kam. Die feierliche Einweihung der Kirche fand erst zum 50jährigen Priesterjubiläum des Pfarrers Franz Anton Donati, am 2. September 1781, statt.

Die Kirche ist dem Heiligen Aegidius geweiht, dessen Fest als Namenspatron am 1. September mit dem Oberlaaer Kirtag gefeiert wird.

Fassade mit Turm
Die künstlerisch äußerst harmonische Einturmfassade der Kirche wird durch Pilaster mit Volutenkapitälen gegliedert. Portal und Orgelchorfenster bilden einen seichten Mittelrisalit, der in der Höhe eines mehrteiligen, durchgehenden Hauptgesimses von einem Dreiecksgiebel bekrönt wird. In den schmalen Seitenachsen befinden sich rundbogige Nischen mit den Statuen des heiligen Petrus und des heiligen Paulus. Zwei Vasen begrenzen das mit schlanken, rundbogigen Fenstern versehene Glockengeschoß. Auf dem über den Turmuhren sich rundenden Abschlussgesims ruht der geschwungene Zwiebelturmhelm mit Laterne, die ein Kreuz krönt.

Kircheninneres
Rechts im Kirchenvorraum befindet sich die Taufkapelle mit einem Taufbecken aus rotem Marmor sowie einem Bild der Taufe Jesu im Jordan, das aus der früheren Schlosskapelle von Rothneusiedl stammt. Das Kircheninnere selbst ist ein hoher, heller Raum. Die vorderen abgeschrägten Ecken schaffen Raum für Seitenaltäre. An den eingezogenen, halbkreisförmigen Priesterchor schließt rechts die Josefskapelle, links die Sakristei an. Darüber befindet sich je ein Emporeraum mit Fenster zum Altar. Die abgeschrägten Fensterleibungen der Apsidenfenster fangen das erste und letzte Tageslicht ein und leiten es zum Hochaltar. Auch die in der oberen Hälfte des Kirchenschiffes befindlichen großdimensionierten Fenster lassen den Kirchenraum mit reichlichem Licht durchfluten.

 

Das Glanzstück der Inneneinrichtung ist der aus schwarzem Türnitzer Marmor von Sebastian Haupt um 1759 gefertigte Hochaltar. Er füllt die ganze halbkreisförmige Apsis bis zum Gewölbe. Auf seitlichen Podesten, die mit Wappenornamenten verziert sind, stehen die vergoldeten Statuen von Glaube und Hoffnung. Das Hochaltarbild im reichen Barockrahmen stellt den Kirchenpatron, den heiligen Aegidius dar und stammt vom Wiener Porträtmaler Johann Zimbal. Der Tabernakel wird von zwei anbetenden Engeln flankiert. Darüber ragt ein Kruzifix.

Die beiden Seitenaltäre sind vollkommen symmetrisch angeordnet. Das rechte Bild stellt den von Pfeilen durchbohrten heiligen Sebastian dar. Das Bild am Altartisch zeigt die heilige Barbara, das Oberbild die heilige Katharina. Der linke Seitenaltar ist der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Das Bild ähnelt dem Gnadenbild der Wallfahrtskirche vom Sonntagsberg. Das Oberbild stellt die heilige Appolonia dar, im gläsernen Altartischaufsatz steht eine Nachbildung der Gnadenmutter von Mariazell.

 

 

Eine prächtige Arbeit ist die ganz vergoldete und reich verzierte Barockkanzel. Auch die beiden Nischen des Langhauses bergen bemerkenswerte Barockschnitzarbeiten. Rechts steht eine aus der Fieberkapelle bei Rothneusiedl hierher versetzte Marienstatue mit dem Jesuskind auf dem Arm. Gegenüber ein Hausaltärchen mit Holzfiguren der Heiligen Familie. An den rückwärtigen Langhausecken stehen in Nischen die Holzfiguren der Märtyrer Florian und Donatus.

Die Orgel, ein gutes, klangvolles Instrument, wurde um 1860 von Matthäus Mauracher, Graz, unter Verwendung eines älteren Spielwerkes erbaut. Sie besitzt 15 klingende Register, 2 Manuale und 1 Pedal.